Göttergeschichten, Kolonialismus und High Tech – Literatur über Indien

Literatur zum Thema Indien – das geht jetzt über den Lonely Planet, Stefan Loose, Footprints etc. hinaus…falls sich jemand fragt, was er oder sie denn zum Thema Indien lesen kann und sollte – hier eine Liste an Titeln samt einer kurzen Beschreibung. Die Bücher sind teilweise nur in englischer Sprache zu erhalten, aber das wird wohl die wenigsten stören. Wenn es meine Zeit erlaubt, werde ich ein paar eingehendere Besprechungen der Bücher schreiben.

Angefangen bei einem (wenn auch nicht unumstrittenen, aber ich lasse jetzt gezielt Debatten über Kolonialismus und Post-Kolonialismus aus) klassischen Autor zum Thema – Das Dschungelbuch von Rudyard Kipling. East is East and West is West hin und her, aber die beiden trafen sich sicherlich in Kiplings Geschichten von Maugli, Kaa, Bagheera oder Rikki-Tikki-Tavi…wenn man sichergehen will, dass das eigene Kind sich für andere Welten als nur die eigene interessiert, kann man mit Kipling nicht danebengreifen. Wer mit einer indo-viktorianischen Fabel von Spionen und weisen Männern weitermachen will, der sollte sich auch gleich Kim schnappen.

  Roberto Kalasso ist ein italienischer Mythenforscher. Wie kein anderer verknüpft er Geschichten der Götter mit Philosophiegeschichte und versieht sie mit moderner Relevanz. Ka heißt sein wilder Zug durch das indische Reich von Göttern und Mythen.

Wer eher das trockene Reich der indischen Geschichte bevorzugt, dem sei der schottische Historiker John Keay ans Herz gelegt. Der Wälzer India: A History ist so ziemlich genau das was am Deckel steht, aber weit umfassender und einsichtiger als vieleandere ähnliche Werke und mit einem ab und an aufblitzenden (wie kann es anders sein) trockenen Witz.

Wer auf zwieder und bissig steht, der sollte mit V.S. Naipauls kaustischem Werk India – A Million Mutinies Now bestens versorgt sein. Ein Reisebericht und Teil der Indien Trilogie des Autors, in dem Naipaul darauf erpicht ist, die Skurrilitäten und Dummheiten in Indien vorzuführen.

Milder und weitaus indischer geht es in den Büchern von Pankaj Mishra zu. Butter Chicken in Ludhiana ist jedem zu empfehlen, der Indien aus einer indischen Perspektive kennenlernen will und sich vielleicht auch fragt, wie denn Inder wirklich die westlichen Besucher sehen.

  William Dalrymple heißt einer der besten Autoren zum Thema Indien. Ein Historiker und Journalist, der in seinen eingehenden Studien historische Persönlichkeiten wie den letzten Mogulkaiser, prominente Indo-Europäer oder Tiefgläubige aus einfachen Verhältnissen darstellt. Anders als bei vielen europäischen Autoren, liegen seine Sympathien voll auf der Seite der von ihm portraitierten Menschen. City of Djinns ist ein wunderbares Einstiegswerk.

  Being Indian von Pavan K. Varma ist ein eigentümliches Buch. Teilweise eine unverhüllt zynische Abrechnung mit dem indischen Charakter, gepaart aber mit Verständnis und auch Amüsement für ebendiese Eigenart. Wer einen Leifaden möchte um indische Geisteshaltungen besser zu verstehen, greift am Besten zu diesem Buch.

Wer sich Indien auf einer direkteren Strecke nähern will, kann zu den Nationalepen Mahabharata und Ramayana greifen oder sich mit den buddhistischen Versen des Dhammapada auseinandersetzen.

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